NOA UND KOLJA

 

 

Szenenbild: Clara Wuigk und Cornelia Sirotek

Regie: Naira Cavero Orihuel

 

SYNOPSIS
Alles um Noa herum scheint zu laut, zu groß und viel zu schnell für sie zu sein. Noa ist 25 Jahre alt und arbeitet in der Bar ihres Onkels Jörn, einem geselligen und freimütigen Wirt. Mit seinen Gästen und den allnächtlichen Anekdoten füllen sich Gläser und Abende und vor allem Jörn. Er hat sich mit Noas Eigenheiten arrangiert, weil er auch versteht, dass die raue Bar nicht der richtige Platz für eine junge Frau wie Noa ist. Um der Realität des Baralltags zu entfliehen, zieht sich Noa in ihre eigene Phantasiewelt zurück, eine Welt aus Bildern, die sie aus Zeitschriften ausschneidet und zu einer Kollage zusammenklebt. Dort fühlt sie sich geborgen und kann jederzeit unentdeckt die reale Welt in der Bar beobachten. Im Laufe der Zeit hat sich ein feines Gleichgewicht zwischen den beiden Welten hergestellt, deren Beständigkeit Noa Halt gibt.

Doch dann taucht eines Tages plötzlich Kolja auf und bringt dieses Gleichgewicht gehörig ins Wanken. Er scheint Noas Welt auf den ersten Blick zu durchschauen, wie soll sie sich da vor ihm verbergen? Kolja bringt Noa dazu sich aus ihrem Versteck hervorzuwagen. Zum ersten Mal möchte Noa herausfallen, gesehen werden und sich auf das wirkliche Leben einlassen.

KONZEPT
Noa arbeitet und wohnt in der Bar. Sie hat sich mit den Gegebenheiten arrangiert: ihr Bett als Klappmöbel in die Bar integriert.
Ihrem provisorischen Alltag entgegen stehen drei Fluchtorte, an denen Noa ihr Träume und Wünsche ausleben kann.
Das Portal zwischen der Bar und Noas Rückzugsorten ist eine Collage über dem versteckten Bett. Auf der Collage tauchen Gegenstände aus der Parallelwelt auf. Zuerst wünscht sie sich in einen Raum mit einer riesigen Tafel, an deren Ende ein kleiner Plüschhund mit Zylinder sitzt. Die Farben der Bar sowie die Paneele mit denen der Barraum vertäfelt ist taucht in diesem Raum wieder auf, doch verschoben zu einem Muster der optischen Täuschung.
Ein Kellner bringt ihr eine Tasse mit Schaum, auf dem ein kleines Boot schwimmt.
Dies ist ihr nächster Wunschort: Ein Ruderboot auf einem endlosen Meer aus Watte. Soviel Watte, dass selbst das Boot damit überschwemmt ist. Auch hier ist der kleine Plüschhund ihr treuer Begleiter.
Ihr dritter Wunschort ist die Vergrößerung des Musters im Tafelraum. Das Muster setzt sich aus hunderten von Kuben zusammen in den Farben der Bar. In einem dieser Kuben befindet sich der Wannenraum. Die Decke des Wannenraums ist ein Wasserbedecktes Plexiglas. So wird der Blick auf Noa in der Wanne zu einem verschleierten Blick, der von Außen in ihre Welt einzudringen versucht.
In allen drei Parllelwelten gibt es, genauso wie in der Bar durch die Collage, die Möglichkeit durch - den Räumen angepassten Bilderrahmen hindurch - zurück in die Bar zu schauen. Im Tafelraum hängt ein prunkvoller Rahmen, der das Innere der Bar zeigt. Im Wannenraum befindet sich bereits ein schlichter kleinerer Plastikrahmen, während im Boot nur ein winziger Holzrahmen das Portal zur Bar bildet.
Am Ende gelingt Noa die Flucht, sie ruderst in ihrem Boot davon. Vor einem animierten Horizont fährt sie im echten Boot auf einem Meer aus Watte.