S.T.A.L.K.E.R. e.V. Wir sind nicht da um zu helfen.
"Der Fall Mario M."


Paratheatraler Abend, 40 min

Anschließende Publikumsdiskussion ca. 20 min
Rednerpult, Leinwand, Beamer

 

Das Theaterstück verhandelt die Problematik der Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion. Was ist wahr und was nicht?
Der Zuschauer sitzt in einem Raum der für einen Vortrag eingerichtet ist: ein Rednerpult, eine Leinwand, Stühle.
Eine junge Frau tritt hinter das Rednerpult, sie stellt sich als Schauspielerin vor welche den Verein S.T.A.L.K.E.R. e.V. vertritt.
Thema des Vortrags ist eine neue Ermittlungsmethode welche von dem Verein entwickelt und erprobt wurde: die Rasterfahndung mithilfe von Mediendatenbanken. Die Vortragende stellt anhand von Statistiken, Grafiken, Videoaufnahmen, Audiomaterial sowie Fotografien die neue

Ermittlungsmethode anhand des konkreten Fallbeispiels Mario M. vor:

 

Rasterfahndung mithilfe von Mediendatenbanken
Ausgehend von einem bestimmten Verbrecherpool werden die Mediendatenbanken dazu genutzt, künftige Mitglieder dieses Pools ausfindig zu machen.

Der Verbrecherpool ist in diesem Fall der sogenannte Personenpool Blaubart. Dieser setzt sich aus Menschen zusammen
welche einer modernen Version des Blaubarts aus dem Märchen gleichen, also Verbrecher welche ihr Umfeld durch ihr Äußeres und ihr
Verhalten in erhöhtem Maße zu blenden vermögen. Wie werden Personen aus diesem Pool von ihrer Umgebung beschreiben? Die am häufigsten

genannten positiven Eigenschaften werden in einer Kontaktanzeige zusammen gefasst und in einer Lokalzeitung veröffentlicht.
Personen die sich auf die Anzeige melden, werden überprüft: treffen die positiven Eigenschaften auf sie zu, besteht ein Anfangsverdacht.
Personen die sich auf die Anzeige melden, werden überprüft: treffen die positiven Eigenschaften auf sie zu, besteht ein Anfangsverdacht.
Auf eine der Personen welche sich auf die Anzeige meldeten passten alle Eigenschaften: Mario M.
Aufgrund von logischen Schritten und Schlussfolgerungen beweist S.T.A.L.K.E.R. e.V., dass es sich bei ihm um einen künftigen Verbrecher

handeln muss und konkretisiert den Verdacht.
 
Absurdität der Realität
Bei unserer Arbeit erleben wir des Öfteren, dass die Zuschauer unsere erfundenen Statistiken, Grafiken und Schaubilder für glaubwürdig halten,

während die wirklichen Tatsachen angezweifelt werden. Dabei versuchen wir den Teil der Fiktion so gering wie möglich zu
halten, weil man die besten Geschichten im wahren Leben findet. Der fiktive Verein erzeugt Verwirrung bei dem Rezipienten. Die
tatsächliche Webpräsenz, das Logo, die Vereinsphilosophie, die fiktive Sekretärin Steffi Wahreslohner, die den Mailverkehr des Vereins
organisiert - das alles ist ein kleiner Kosmos in dem S.T.A.L.K.E.R. e.V. funktioniert. Die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung ver-
schwimmen und überlassen es dem Betrachter selbst zu entscheiden, was er glaubt, was er für wahr hält und was nicht. Eine Irritation bleibt.
Die an den Vortrag anschließende Publikumsdiskussion macht dies deutlich: die Zuschauer werden sich nicht einig:

War das was sie gesehen haben Kunstwerk oder nicht?