DIE LÄSTERSCHULE

 

Bühne/Kostüme: Clara Wuigk, Regie: Malte C. Lachmann

 

 

Die Verwechslungskomödie „Die Lästerschule“ spielt im Alltag einer gehobenen Gesellschaft im 18. Jahrhundert.

Der original Text wurde in eine Handlungsebene sowie eine Kommentarebene, die der Lästerer, unterteilt. In der Handlungsebene treten die einzelnen Charaktere auf. Diese benutzen eine altertümliche Sprache - so wie sie in der Übersetzung von T. Lothar Wullen zu finden ist.

In der Lästerebene gibt es nur anonyme Stimmen ohne bestimmte Eigenschaften, die kommentieren und durch Lästern die Handlungsebene beeinflussen. Diese bedienen sich einer heutigen, recht lockeren Sprache. Sie tragen als Grundkostüm eine locker, bequeme, privat, freizügig Kleidung aus hellem leichten Stoffen – die Saubermänner! Wenn sie die Rollen der Protagonisten einnehmen tragen sie ein Accessoire, das steif, formgebend, etwas implizierend, wie alten Theaterrequisiten aussieht und banal charakterisiert.

Beide Ebenen durchdringen sich: Protagonisten sprechen mit den Lästerern und anders herum. Die sechs Schauspieler spielen sowohl Lästerer als auch die einzelnen Charaktere.

Die Bühne musste als Raum für beide Ebenen funktionieren und trotzdem unterschiedlich auf die jeweilige Gruppe wirken.

Die Zuschauertribüne wurde als Gerippe gespiegelt, d.h. nur einzelne Podeste markierten die Form der Tribüne. Die Bühne wurde ebenfalls aus Normalpodeste nachgebaut und mit losen anfangs farblich-sortierten am Ende chaotisch verwüsteten Kissen gepolstert statt bestuhlt.

Für die Protagonisten wirkt das als Behinderung. Sie bewegen sich in einem Kunstraum, der sie gefangen hält, den sie nicht verlassen können.

Für Lästerer ist es ein Wohlfühlraum. Sie können ihn verlassen, verändern, sich darin frei bewegen, es sich bequem machen oder den Raum verlassen um ihn von Außen zu reflektieren.

Das Stück wurde im Rahmen des Vordiploms des Regiestudenten Malte Lachmann an der Theater Akademie August Everding im Prinzregententheater drei Mal aufgeführt.

 

Szenenabend des Regiejahrgangs, Stücklänge ca. 60 Minuten, Studiobühne der Theaterakademie August Everding München, 80 Zuschauerplätze