DER KREPIERTE HIMMEL

 

Bühne: „Der Krepierte Himmel“ von Boris Vian

Ausstattung eines Hauses als Spielort, Betreut von Prof. Beatrix von Pilgrim, mit Sarah Götz und Kristina Kilian

 

Das freie Theaterprojekt „Der krepierte Himmel“ nach dem Roman „Das rote Gras“ von Boris Vian, stellte sich der Frage, wie weit der Rahmen einer Bühne gehen kann.

In einer leerstehenden Karlsruher Fabrikantenvilla aus den 1930ern entstand die Spielfläche für die tragisch-surrealistische Geschichte vier junger Menschen, die sich in einem abseits gelegenen Haus niederlassen um eine dubiose Maschine zu bauen. Durch diese „Fremdbesetzung“ findet eine Überlagerung von bestehendem Interieur und ihren dekadenten Bedürfnissen statt. Sie teilen die Räume untereinander auf. So wird aus dem Wohnzimmer das Jungenzimmer als Werkstatt und aus dem Wintergarten das Mädchenzimmer. Das Esszimmer wird wieder als solches genutzt. Die Küche wird zum Badezimmer, der Empfangssalon bleibt als dieser erhalten. Hinzugefügt wurde nur eine Band und eine gut bestückte Bar.

Über die ursprüngliche Nutzung wird damit ein neuer Sinn gelegt. Die freie anarchistische Haltung der Bewohner findet sich in der Respektlosigkeit, mit der sie der eigentlich vorbestimmten Raumnutzung gegenübertreten. Das Haus ist nach Außen durch Jalousien, Gardinen und Bretterverschlägen isoliert. Für die Dauer des Stücks muss der Zuschauer im Haus bleiben und die Zeit vergessen. Das Publikum kann sich frei bewegen, wird aber in Maßen von Raum, Licht, Musik und Schauspiel geleitet.

Das Projekt wurde komplett von Studenten der HfG injiziert und verwirklicht.